überraschung oder erlaube ich mir, mein leben spanndend zu gestalten?

Als Kind haben wir mit dem Begriff Überraschung eigentlich nur Freudiges und Wünschenswertes verbunden. Wer erinnert sich nicht gerne daran, zu Weihnachten oder zum Geburtstag, schön Verpacktes neugierig geöffnet zu haben. So, dass wir in uns speicherten, unsere glücklichsten Erinnerungen enthalten Elemente von Überraschung. Die Überraschung ist eine Emotion – wohl nur von kurzer Dauer – kann aber eine Zwischenstation auf dem Weg zu einer anderen Emotion sein –zum Beispiel zur Freude.

Überraschung unterbricht auch unsere momentane Verfassung und lässt uns anders, neu fokussieren. Jemand anderen eine Überraschung zu bereiten, kann Beziehungen vertiefen, Gefühle neu entstehen lassen. Wir wissen auch aus der Gehirnforschung, dass Unerwartetes beim Lernen Vergnügen bereitet,  weil unser Gehirn eigentlich eine Vorliebe für Ungewohntes hat.

Natürlich sind Überraschungen nicht immer nur mit positivem Gefühl verbunden. Sie können durchaus neutral, aber auch unliebsam sein,  und mit Herausforderungen der unterschiedlichsten Art verbunden sein.

Lassen wir Überraschung eigentlich zu oder haben wir beschlossen, das Kalkulierbare dem Unwägbaren vorzuziehen, also eher die Überraschung auszuschließen?

Haben wir dem Unerwarteten verboten, einen Schritt in unser Leben zu machen?

Das Leben in unserer Gesellschaft ist kalkulierbar geworden:

Vom Wetterbericht über den Verkehrsstau bis hin zur Hotelbuchung und Befindlichkeitsauskunft von Freunden und Verwandten über Telefon oder Internet, alles ist fast vorhersehbar.

Vielleicht ist das Leben dadurch weniger „gefährlich“  und viel mehr „behaglich“ – auf jeden Fall sicherer und das ist auch gut so – bis zu einem gewissen Ausmaß.

Denn: was schließen wir aus, wenn wir Überraschung-Neues-Unerwartetes vermeiden wollen?

Vielleicht verlieren wir die Flexibilität, Ressourcen aufzubauen, um mit unvermeidbar Unvorhersehbaren fertig zu werden?

Vielleicht verlieren wir die Akzeptanz, dass Unerwartetes in unser  Leben eindringen kann, und wir dann keine Strategien dafür entwickeln konnten?

Vielleicht ist die von uns etablieren Komfortzone ein selbst gesteuertes Gefängnis, in dem unsere Kreativität verkümmert und uns Herausforderungen ängstigen?

Darum –  eine mögliche Sichtweise – und eines meiner Lieblingszitate:

Wenn Du immer wieder das tust,

was Du immer schon getan hast,

dann wirst Du immer wieder das bekommen,

was Du immer schon bekommen hast.

Wenn Du etwas Anderes haben willst,

musst Du etwas Anderes tun!

Paul Watzlawick, österr. Philosoph

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