die stille

Gedankenstille – der Weg zur inneren Ruhe

In einem Buch von Rainer Maria Rilke las ich vor einiger Zeit einen Satz, der mich sehr berührte und für mich eine uralte Sehnsucht der Menschheit widerspiegelte. „Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.“ Wann, wenn nicht jetzt in der besinnlichsten Zeit des Jahres macht sich die Sehnsucht nach dem ganz Stillen bemerkbar, will wahrgenommen und gelebt werden.
Doch die Welt herum ist alles andere als still. Auf den Straßen tönen Weihnachtslieder, es wälzen sich Menschenmengen durch die Stadt, begleitet von unzähligen Klingeltöne der Mobiltelefone, Verkehrslärm und Vieles mehr. Lärm der stetig auf uns eindringt, omnipräsent ist.

Diesem äußeren Lärm steht auch der innere Lärm gegenüber. Den Lärm, den wir in uns selbst machen. Hier sind die Formulierungen und die Sprache von besonderer Bedeutung. Wir sprechen in Gedanken mit uns selbst, erzählen uns Arbeitsaufträge, Einkaufslisten, wiederholen unsere persönlichen Ansprüche, hören Anweisungen, die uns gegeben wurden und landen im schließlich im Gedankenkarusell eines inneren Geräusche- und Gefühlschaos.

Vielleicht können wir unser Sehnsucht wahrnehmen und wertschätzen, indem wir während eines lauten Alltags einen Augenblick innehalten. Wir versuchen unsere Gedanken zu ordnen oder durch bewusstes Wegschiebens des inneren Dialoges zu den ersten, zarten Erfahrungen der Gedankenstille zu kommen. Dabei ein Blick aus dem Fenster, eine kurze Meditation, das Beobachten des Flackerns der Kerze am Adventkranz, das sanfte Streichen über einen Tannenzweig, das bewusste Einsaugen des  Weihnachtsduftes aus dem Öllämpchen. Kleine Momente, die ganz uns gehören und kleine Schritte zur ersehnten Stille sind. Die Stille liegt an uns!

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