die begegnung mit dem spruch des tages

Wie jeder weiß, der dann und wann in einem Hotel wohnt, ist die Ausgabe einer hausinternen Tagespost – auch Hauspost, Tagblatt, Neus vom Tage etc. genannt –, die dich am Frühstückstisch erwartet, erfreut, eine bereits durchaus übliche tägliche Begleitung eines Aufenthalts in vielen Häusern. Sie beinhaltet nützlich Dinge wie den Wetterbericht, interessante Ausflugsmöglichkeiten in die nahen Umgebung , den Zeitplan für angeleitete sportliche Aktivitäten, das Menü des Tages, manchmal einen Zeitungsausschnitt, ein Kreuzworträtsel und vieles mehr. Was meist gleich auf der ersten Seite an prominenter Stelle zu finden ist, ist – DER SPRUCH DES TAGES.

Da ich gerne Sprüche mag, allerdings nur die, die natürlich – sehr individuell betrachtet – etwas in mir zum Schwingen bringen, blieb ich letztens an einem Spruch hängen – es war der Inhalt aber auch der Autor, der mich bewegte:

„Der einzige Weg, einen Freund zu haben, ist der, selbst einer zu sein.“ Ralph Waldo Emerson

Freundschaft ist mir Zeit meines Lebens ein wichtiges Thema und ein hoher Wert. Der für mich mit vielen anderen Werten verbunden ist, wie Authentizität, Akzeptanz, Autonomie, Loyalität, Empathie und vielen mehr.

Der Spruch hat mich berührt, er beschreibt für mich das Gesetz der Resonanz und das Maß unserer Eigenverantwortlichkeit darüber, wie wir durch unsere eigene Haltung, unser eigenes Verhalten, menschliche Begegnungen gestalten können.

Durch die Erwähnung des Namen des Autors dieses Spruches habe ich mich erinnert, dass ich vor Jahren ein Buch gelesen habe: „Walden oder Leben in den Wäldern“ von Henry David Thoreau aus dem Jahr 1854 – dem Klassiker aller Alternativen, wie ich heute weiß.

Er beschreibt zwei Jahre seines Lebens in einer Blockhütte in Massachusetts, die er sich auf dem Grundstück seines Freundes -Ralph Waldo Emerson – gebaut hat, um sich schon damals der industrialisierten Massengesellschaft der USA zu entziehen. Es sollte als Versuch gesehen werden, einen alternativen, ausgewogenen Lebensstil zu entwickeln. Diese Schrift ist eine Ansammlung von Tagebucheinträgen, die er im Jahreszyklus verfasst hat und Gedanken über Natur, Tieres des Waldes, Ökonomie, Einsamkeit etc. in anspruchsvoller Sprachkunst verewigt hat.

Das eine wenigstens lernte ich bei meinem Experimente: Wenn jemand vertrauensvoll in der Richtung seiner Träume vorwärts schreitet und danach strebt, das Leben, das er sich einbildete, zu leben, so wird er Erfolge haben, von denen er sich in gewöhnlichen Stunden nichts träumen ließ. Er wird mancherlei hinter sich lassen, wird eine unsichtbare Grenze überschreiten. Neue, allgemeine und freiere Gesetze werden sich um ihn und in ihm bilden oder die alten werden ausgedehnt und zu seinen Gunsten in freierem Sinne ausgelegt werden.

Was die Freundschaft zwischen Ralph Waldo Emerson und Henry David Thoreau so an Neuem (Holzhütte-Walden – dann Gedanken, Visionen, Sichtweisen) alles ermöglicht hat…

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